Lesung und Gespräch mit Chaim Noll

  • Don­ners­tag, 18.10.2012 – 18.00 Uhr
  • Mari­tim Hotel Mag­de­burg, Otto-von-Gue­ri­cke-Stra­ße 87

Chaim NollEine Vor­trags- und Gesprächs­ver­an­stal­tung des Bil­dungs­zen­trums Schloss Wend­grä­ben der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung e.V. in Koope­ra­ti­on mit dem Pres­se­club Mag­de­burg

mit Cha­im Noll

Begrü­ßung:
Ralph Völ­ker (Vor­stands­mit­glied Pres­se­club Mag­de­burg e.V.)
Dr. Andre­as Schul­ze
(Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung)
Mode­ra­ti­on:: Dr. Eck­art Frey

„Sel­ten ent­hält Nolls wun­der­bar lako­ni­scher Erzähl­stil eine Wer­tung. Im Mini­ma­lis­mus zurück­ge­nom­men, malt er nichts aus, son­dern hält sei­ne Beob­ach­tun­gen in kla­ren Bil­dern fest. Sei­ne Men­schen- und Land­schafts­bil­der ent­hal­ten nichts Schwel­ge­ri­sches, selbst dann, wenn der Autor schwärmt. Cha­im Nolls Geschich­ten aus Isra­el bestechen durch ihren ange­nehm war­men Grund­ton, das genaue Hin­se­hen und manch sym­pa­thi­sche Ein­sicht.“ (Tobi­as Prü­wer, Jüdi­sche All­ge­mei­ne 03.05.2012)

Was bedeu­tet es für den aus Ita­li­en ein­ge­wan­der­ten Ales­san­dro, dass sich die jüdi­sche Abstam­mung sei­ner Mut­ter nicht klä­ren lässt? War­um ändert der Krieg Micha­els Ver­hält­nis zu Hen­ry James grund­le­gend? Und war­um ist in der Wüs­te mit­ten im Som­mer Weih­nach­ten? Und Kol­ja? Der stammt eigent­lich aus Russ­land und fällt im Kampf für sei­ne neue Hei­mat. Was pas­siert jetzt mit sei­nem Leich­nam? Cha­im Noll erzählt mit­rei­ßend und in schö­ner Spra­che klei­ne Bege­ben­hei­ten und gro­ße Lebens­ge­schich­ten. In sei­nen Erzäh­lun­gen ent­wirft er ein Por­trait der heu­ti­gen israe­li­schen Gesell­schaft.

Cha­im Noll wur­de 1954 in Ber­lin als Sohn des DDR-Schrift­stel­lers Die­ter Noll gebo­ren, stu­dier­te Kunst sowie Kunst­ge­schich­te im Ost­teil der Stadt und sie­del­te 1984 nach West-Ber­lin über. In den 1990er Jah­ren ver­ließ er Deutsch­land, leb­te zunächst in Rom und heu­te in Isra­el. Er ist als Jour­na­list und Schrift­stel­ler tätig, beschäf­tigt sich in sei­nen Wer­ken vor allem mit jüdisch-israe­li­schen The­men. Zu sei­nen bekann­tes­ten Büchern gehö­ren „Der gol­de­ne Löf­fel“, „Der Kit­ha­ra-Spie­ler“ sowie „Mei­ne Spra­che wohnt woan­ders. Gedan­ken zu Deutsch­land und Isra­el“ (gemein­sam mit Lea Fleisch­mann). Sein Erzähl­band „Kol­ja“ erschien 2012 im Ver­bre­cher-Ver­lag.

Fotos

Fotos: Tho­mas Opp, Gün­ter Hart­mann